Solarenergie boomt – und doch wird ihr volles Potenzial oft wirtschaftlich zu wenig genutzt. Meist erzeugt eine Photovoltaikanlage mehr Energie, als der Haushalt nutzen kann. Den Strom in der Nachbarschaft weiterzugeben ist daher eine gute Lösung. Das EWR bietet verschiedene Eigenverbrauchsmodelle an.
Zusammenschluss zum Eigenverbauch (ZEV)
Beim ZEV (Zusammenschluss zum Eigenverbrauch) nutzen mehrere Parteien – meist im selben Gebäude – gemeinsam den Strom einer Photovoltaikanlage. Die interne Stromverteilung erfolgt über eigene Leitungen, nicht übers öffentliche Netz. Voraussetzung ist, dass die teilnehmenden Parteien und die PV-Anlage am gleichen Hausanschluss angeschlossen sind.
Eigenverbrauchsgemeinschaft (EVG)
«EVG» hat dieselben technischen Voraussetzungen wie ein vZEV, ist aber deutlich einfacher für alle Beteiligten. Denn das EWR übernimmt hier nicht nur wie beim vZEV die Messung des Stromverbrauchs, sondern erledigt auch die Abrechnung der Stromkosten in der Eigenverbrauchsgemeinschaft. Sie stellt jeder und jedem Teilnehmenden den konsumierten Strom aus lokaler Produktion (Eigenstrom) und aus dem Netz in Rechnung. PVA-Betreiberinnen und -Betreiber erhalten zusätzlich eine Abrechnung ihres produzierten Stroms, der in erster Linie an die Teilnehmenden der Gemeinschaft geliefert wird. Der Überschuss wird ins Stromnetz eingespeist und vergütet.
Virtueller Zusammenschluss zum Eigenverbauch (vZEV)
Der virtuelle ZEV (vZEV) erweitert seit Anfang 2025 auf Grundlage des revidierten Stromgesetzes das Konzept des ZEV. Dabei sind keine privaten Leitungen zwischen verschiedenen Gebäuden des Zusammenschlusses nötig – der lokal erzeugte Solarstrom wird virtuell über das öffentliche Netz verteilt. Voraussetzung ist, dass alle Teilnehmenden am gleichen Netzanschlusspunkt (zum Beispiel an derselben Verteilkabine) angeschlossen sind.
Lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG)
Ab dem 1. April 2026 wird ein weiteres Modell zur gemeinschaftlichen Energieversorgung umgesetzt: die Lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG). Diese ermöglichen es, lokal erzeugten Strom über das öffentliche Netz innerhalb eines Quartiers oder einer Gemeinde zu vermarkten. Während sich vZEVs auf den Eigenverbrauch fokussieren, bieten LEG eine Plattform zur Optimierung des Handels mit lokal erzeugtem Strom.